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Teamtraining: Westpfälzer Tier-Psychologin setzt Zeichen für Herrchen und Hund

„Kampfhund zerreißt Kind“: Immer wieder sorgen Meldungen für Aufsehen, in denen außer Kontrolle geratene Vierbeiner für Angst bei den Anliegern von Schulen und Kindergärten sorgen. „Auch beim Joggen oder auf dem Weg in den Supermarkt reagieren viele Menschen mit Zurückhaltung, wenn ihnen Spaziergänger mit Hund begegnen“, sagt Waltraud Wagner. Die gelernte Tiertrainerin ist überzeugt, dass die meisten dieser Ängste unbegründet sind. „Es gibt ein paar einfache Regeln für den richtigen Umgang mit Hunden,“ sagt die Hunde-Psychologin. Diese „Tricks“ können schon Vorschulkindern lernen. Das Ergebnis ist ein unverkrampfter Umgang zwischen Mensch und Tier.

„Jeder Hund hat eine eigene Persönlichkeit“, erklärt Waltraud Wagner. Hinzu kommt, dass Hunde verschiedener Rassen zu unterschiedlichen Zwecken gezüchtet wurden. Jack-Russel-Terrier zum Beispiel seien reinrassige Jagdhunde. Viele der kleinen Hunderassen haben ihren Ursprung darin, dass sie eingesetzt wurden, um zum Teil viel größere Tiere im Unterholz aufzuscheuchen oder aus einem Erdbau zu jagen. „Diese Hunde kennen keine Angst“, sagt die Fachfrau, und Fähigkeiten, die solchen Rassen über Jahrhunderte angezüchtet wurden, stecken nach wie vor in jedem, der - auf den ersten Blick handzahmen - Leinengänger unter dem Biertresen und in der Fußgängerzone. Genau dort aber haben – so Waltraud Wagner – Hunde eigentlich gar nichts zu suchen. „Wer einen Labrador, Schäferhund oder Boxer in seiner Zwei-Zimmer-Etagenwohnung hält, riskiert, dass der Hund eine psychische Störung entwickelt.“ Gleiches gilt für so genannte Kettenhunde oder langbeinige Steppenläufer, die ihre Fahrrad fahrenden Herrchen bei gutem Wetter einmal die Woche in den Biergarten begleiten.

Ein sicheres Zeichen dafür, das etwas nicht stimmt in der Beziehung zwischen Herr und Hund, sind Aussagen, nach denen „Waldi“, „Max“ und „Tessa“ immer „wie verrückt an der Leine ziehen“. „Solche Klagen sind bei uns an der Tagesordnung“, sagt Waltraud Wagner, die in Geiselberg ein Team-Trainingszentrum für Hundehalter betreibt. Oft haben diese Tiere eine lange Geschichte in verschiedenen Hundeschulen hinter sich. Dort gehen sie brav bei Fuß, gebärden sich aber wild, wenn Herrchen und Frauchen zu einem gemeinsamen Spaziergang aufbrechen. „Der Fehler liegt oft in einem mangelnden Verständnis für die Ausdrucksformen und Bedürfnisse des Tieres“, sagt Waltraud Wagner. Gleiches gilt für die Halter von Hunden, die die Nachbarschaft aus dem Schlaf bellen, Tapeten und Türen zerkratzen oder – im schlimmsten Fall – andere Hunde oder Menschen anfallen.

„Es ist interessant, zu beobachten, wie sich das Verhalten zwischen Hund und Halter ändert, wenn es gelingt, aus zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten ein Team zu schmieden“, sagt die Tier-Psychologin. Waltraud Wagner macht keinen Hehl daraus, dass der größte Teil dieser Arbeit dabei zu leisten ist, das Verständnis des Menschen für seinen „tierischen Partner“ zu wecken. Diese Aufgabe aber habe mit dem, was auf klassischen „Hundeplätzen“ geleistet werde, nur wenig gemeinsam. Rund vier Jahre hat Waltraud Wagner in der Schweiz, Österreich und in Deutschland studiert. Dozenten waren unter anderen der bekannte Wolfsforscher Dr. Erik Zimen und der Leiter der Tierpflegeschule der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Prof. Dr. Hermann Bubna-Littitz. Ergänzt wurde die Ausbildung durch wochenlange Praktika bei anerkannten Tiertrainern, bei Psychologen und in renommierten Hundeschulen.

Tatsächlich staunen die meisten Besucher des Geiselberger Team-Trainingszentrums darüber, dass die Schulungsangebote von Waltraud Wagner so gar nichts mit den üblichen „Sitz-, Platz-, Warte- und Komm“-Kommandos zu tun haben, wie sie täglich auf ungezählten Hundeplätzen zu hören sind. In Geiselberg ergänzen speziell aufeinander abgestimmt Spiel- und Übungsgruppen ein psychologisches Training und verschiedene Seminarangebote. Ein besonderes Programm bietet Waltraud Wagner zudem für die Halter kleiner und kleinster Hunde, die es – so die Expertin – „manchmal faustdick hinter den Schlappohren haben“. Wer mehr wissen möchte bekommt weitere Informationen bei Waltraud Wagner. Die Telefon-Nummer lautet 06307/ 401666


Bearbeitet von: Cornelius Bischoff  -  Quelle: Das Textbüro - Red. Landschau
 


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