| *** Aktuelle Nachrichten aus dem DIAKOnetz *** | Vorgestellt: Offene Gefäßsprechstunde beantwortet Fragen
von Diabetes bis Raucherbein Blut ist Leben. Es muss in dem Kreislauf unseres Körpers fließen, um jede Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Die Adern, die das Blut transportieren, nennt der Mediziner „Gefäße“. Das Gefäßzentrum im Städtischen Krankenhaus Pirmasens ist ein Zusammenschluss von Fachärzten aus Chirurgie, Kardiologie und Radiologie, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Krankheiten spezialisiert haben, die das Blut-Leitsystem unseres Körpers blockieren und lähmen.
Die Frage, wie der medizinische Laie erkennt, dass es an der Zeit ist, die regelmäßig angebotene Gefäßsprechstunde am Städtischen Krankenhaus zu besuchen, beantworten die Chefärzte Dr. Benno Hennen und Dr. Martin Hofmann, leitende Spezialisten des Zentrums für die Aufdehnung verstopfter Adern im Herz und in den Gliedmaßen. Dr. Hennen: „Wenn beim Treppen steigen schnell die Luft knapp wird, wenn Schmerzen im Brustkorb in den linken Arm ausstrahlen, dann deutet dies auf Verengungen der Herzkranzgefäße hin.“ In diesem Fall drohe der Patient, einen Herzanfall zu erleiden. Chefarzt Dr. Hofmann erklärt: „Wenn beim Bummel durch die Stadt die Beine schnell schwer werden, sich taub anfühlen oder kribbeln, dann deutet dies auf eine mangelhafte Versorgung durch eine gestörte Blutzufuhr.“ Der Volksmund fasst die geschilderten Anzeichen unter dem Begriff der „Schaufenster-Krankheit“ zusammen, weil die Patienten oft versuchen, ihre Gehprobleme zu verbergen. Scheinbar interessiert betrachten sie die Auslagen von Geschäften, in Wirklichkeit aber ist es Zeit, eine Pause einzulegen, bis sich die Beine wieder besser fühlen. Sind Gefäße in Armen und Beinen verengt oder verstopft, kann das zu sehr unangenehmen Empfindungen und Schmerzen in den Extremitäten führen, erklärt Dr. Hofmann. Bei chronischen Durchblutungsstörungen heilen Wunden nicht mehr, Finger oder Zehen sterben ab und müssen im schlimmsten Fall amputiert werden.
Ein weiterer Therapie-Schwerpunkt am Gefäßzentrum des Städtischen Krankenhauses Pirmasens liegt in der Behandlung von Krampfadern. Deren Ursache sind Störungen der Venen, erklärt der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Chirurgischen Klinik, Dr. Georgios Adamidis. „Eigentlich sollten Venenklappen, die die Funktion von Ventilen haben, das Zurückfließen des Blutes in die Gefäße verhindern. Funktionieren diese Klappen nicht, kommt es zum Blutstau und mangelhafter Versorgung des Gewebes“, so der leitende Gefäßchirurg des Städtischen Krankenhauses und fügt hinzu: „Der Begriff ‚Krampf-Ader’ hat seinen Namen nicht etwa von einem Muskelkrampf, sondern stammt von dem mittelhochdeutschen Wort ‚krumpf’, das bedeutet ‚krumm’ und bezeichnet das charakteristische Bild, das die kranke Vene unter der Haut zeichnet.“
Extrem gefährlich wird die Situation für Gefäßpatienten, wenn Gefäße verstopfen, die zum Gehirn führen. „Das Gehirn ist auf eine konstante Versorgung mit Sauerstoff angewiesen, wird die Blutzufuhr unterbrochen, können schon in wenigen Minuten schwere Schäden entstehen“, erklärt Dr. Hofmann. Die Folge ist der gefürchtete Hirnschlag. Dabei können geistige und körperliche Funktionen „schlagartig“ ausfallen. „Lähmungen und motorische Probleme sind möglich, aber es können auch geistige Fähigkeiten gestört werden“, so der Facharzt. In der Folge kann der Patient sich nicht mehr deutlich ausdrücken (Aphasie), oder verliert die Fähigkeit, Dinge zu erkennen und richtig zu benennen (Agnosie).
Neben den Verschlüssen von Gefäßen können auch Brüche und Erschlaffungen der Gefäßwände (Aneurysmen) auftreten. „Hier ist schnelles Handeln wichtig, denn kommt es bei einer Schlagader zum Bruch der Gefäßwand, kann der Patient innerlich verbluten“, erklärt Dr. Hennen. Ursachen der Gefäßkrankheiten sind meist Ablagerungen, die durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel entstehen. Genussmittel wie Nikotin und Alkohol verstärken die Probleme. Krankheiten wie Diabetes ziehen oft Durchblutungsstörungen nach sich.
Voraussetzung dafür, all diese Krankheiten, Verstopfungen und Schwachstellen im Körperinneren zu erkennen, sind leistungsfähige und moderne Diagnosegeräte. Im Gefäßzentrum des Städtischen Krankenhauses Pirmasens stehen zu diesem Zweck Computer gestützte Verfahren zur Verfügung, die den behandelnden Spezialisten ein exaktes, dreidimensionales Bild des Ader-Systems liefern. Chefarzt der zuständigen Hauptfachabteilung für Radiologie ist Dr. Martin Hofmann. Der Facharzt erklärt: „Unser Magnet-Resonanz-Tomograf (MRT) liefert einen räumlichen Eindruck von den Abläufen im Körperinneren, ohne den Patienten durch überflüssige Strahlung zu belasten.“ Ein weiterer Vorteil der Technik ist die hohe Auflösung, bei der auch kleine Details auf den Bildern sichtbar werden. „Das Gerät ist zwar sehr teuer, aber die Vorteile für die Patienten wiegen das bei weitem auf“, sagt Dr. Hofmann. Die Experten des Städtischen Krankenhauses verwenden auch das Verfahren einer so genannten Doppler-Sonographie, die Technik macht das Strömungsverhalten des Blutes mittels Ultraschall sichtbar. Auch dies ist ein schonender Blick von außen nach innen. Ein weiteres, interessantes Diagnoseverfahren bietet die Angiografie. Hier helfen Kontrastmittel und Röntgenstrahlen den Zustand der Schlagader im Kopfbereich zu untersuchen, eine Körperregion, die naturgemäß ein schnelles und präzises Handeln der Mediziner fordert.
Dr. Adamidis: Zusammengefasst bietet unser Gefäßzentrum seinen Patienten vielfältige Möglichkeiten von Diagnose und Therapie.“ Besonders schonend und unblutig ist dabei die Dilatation, die Aufdehnung verstopfter Adern. Bei dem Eingriff führt der Facharzt ein sehr feines Kabel (Katheter), an dessen Ende ein aufblasbarer Ballon sitzt, in das Gefäß ein. „Durch die Dehnung wird das verengte Gefäß von innen aufgeweitet und das Blut kann wieder fließen“, erklärt Dr. Hofmann. Zusätzlich kann zur Stabilisierung der aufgedehnten Stelle eine Art Gerüst eingesetzt werden (Stent), das die Ader offen hält. Wenn Gefäße über längere Strecken verschlossen sind, reicht eine Dilatation nicht aus, dann müssen die Chirurgen eine Umleitung, einen Bypass, bauen. Die „Umleitung“ entnehmen die speziell ausgebildeten Gefäßchirurgen an anderer Stelle. „Das Verfahren ist seit vielen Jahren erprobt und sicher“, so die Erfahrung von Dr. Martin Hartmann und Dr. Jochen Klotz. Beide Oberärzte verstärken das gefäßchirurgische Team um Chefarzt Dr. Adamidis. Dr. Klotz: „Gefäßerkrankungen sind kein unabwendbares Schicksal. Erste Anlaufstelle für Patienten sind der Hausarzt oder die offene Gefäßsprechstunde bei Dr. Hartmann.“ Mitbringen sollten die Patienten sämtliche Unterlagen eventueller Voruntersuchungen. Die gesetzlichen Kassen übernehmen alle anfallenden Kosten. Die Gefäßsprechstunde am Städtischen Krankenhaus Pirmasens findet statt an jedem Dienstag und Donnerstag in der Zeit ab 13 Uhr und nach Vereinbarung. Wer mehr wissen möchte bekommt weitere Informationen unter der Telefon-Nummer 06331/ 714-1201
Bearbeitet von: Cornelius Bischoff - Quelle: Das Textbüro - Red. Landschau | Seite drucken Fenster schließen | | |
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