| *** Aktuelle Nachrichten aus dem DIAKOnetz *** | Zukunft wird gemacht: Städtisches Krankenhaus Pirmasens präsentiert neues Konzept für Frühgeborenen-, Säuglings- und Wochenstation „Mit der Neustrukturierung von Kinderklinik und Entbindungsstation kommen wir den Ansprüchen junger Familien weiter entgegen, als das bisher der Fall war“, sagt Martin Forster. Während in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Städtischen Krankenhauses künftig 18 „Eltern-Kind-Zimmer“ eine Möglichkeit bieten, dass besorgte Mütter und Väter ihre kranken Sprösslinge während des gesamten Krankenhaus-Aufenthalts begleiten, sorgt auf der Wochenstation ein so genanntes Rooming-In-Konzept dafür, dass Mütter und Neugeborene in gemeinsamen Zimmern viel mehr Zeit miteinander verbringen, als dies in vergleichbaren Häusern der Fall ist, erklärt der Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses Pirmasens.
„Nähe und Körperkontakt sind in den ersten Stunden und Tagen des Säuglings von besonderer Bedeutung“, sagt Dr. Hans-Herman Senft. Der Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde erklärt, dass Wärme und Geborgenheit wichtige Anregungen für die Entwicklung von Körper und Geist der Neugeborenen geben. Dieser Erkenntnis trägt das Städtische Krankenhaus Pirmasens ab Mitte Juni mit dem Konzept einer ganzheitlichen Wochenpflege Rechnung. Dr. Senft: „Die Idee des Rooming-In ist es, dass die Mutter und ihr neugeborenes Kind von einer gemeinsamen Bezugsperson in einem gemeinsamen Zimmer versorgt werden.“ Das „familienfreundliche Wochenbett“ hilft, die Verbundenheit der jungen Familie von Anfang an zu stärken und beeinflusst das frühkindliche Fühlen und Befinden nachweisbar positiv.
Dass sich die jungen Mütter im Städtischen Krankenhaus nach wie vor auf die Unterstützung durch Kinderärzte, Geburtshelfer und das Pflegepersonal verlassen können, bestätigt der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Hans-Georg Kläber. Wie bisher führen die Fachärzte der Kinderklinik alle nötigen Untersuchungen (U1 und U2) durch und Hebammen wie Kinderschwestern beraten die Mütter in Fragen des Stillens und der Säuglingspflege. Auch können Frauen, die durch einen Kaiserschnitt entbunden haben oder von der Geburt stark geschwächt sind, ihre Kinder nach wie vor den Säuglingsschwestern der Neugeborenen-Station anvertrauen. Ziel ist es aber, dass sich Mutter und Kind durch den frühen und dauerhaften Kontakt in einem gemeinsamen Zimmer schneller aneinander gewöhnen und die jungen Eltern so, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, besser auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten ihrer Kinder eingehen können.
Von besonderer Bedeutung ist auch die Einbindung der Frühgeborenen-Versorgung in die Kinderklinik des Krankenhauses. Die im Laufe der Zeit stetig verbesserte Qualität bei der Entbindung und medizinischen Überwachung schwangerer Frauen erlaubt die Betreuung der so genannten Frühchen auf der „normalen“ Säuglingsstation. „Selbstverständlich wird an der Versorgung unserer kleinsten Patienten auch künftig nicht gespart“, betont Dr. Kläber. So ist die Betreuung beatmungspflichtiger, lebensbedrohlich kranker Früh- und Neugeborener am Städtischen Krankenhaus unverändert möglich. Zu diesem Zweck stehen weiterhin je zwei Beatmungs- und Intensiv-Überwachungsplätze zur Verfügung der Mediziner. Dr. Kläber: „Zusätzlich haben wir aber ab Mitte Mai eine Möglichkeit, hochqualifizierte Krankenschwestern- und pfleger variabel an anderen Stellen des Hauses einzusetzen, was letztlich dem kollegialen Miteinander und dem Wohlbefinden unserer Patienten zugute kommt.
Zu diesen „anderen Stellen“ gehören auch 18 so genannte Eltern-Kind-Zimmer, die dazu beitragen, die Belastung eines Aufenthalts für Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin abzubauen. Bisher war der Kontakt von Eltern zu ihren kranken Kindern nicht selten auf die Besuchszeiten beschränkt. Künftig ist es in deutlich größerem Umfang als bisher möglich, dass Mutter oder Vater auch über Nacht bei ihrem kranken Sprössling bleiben. „Die Kinder fühlen sich weniger einsam und der gewohnte Trost von Mama und Papa helfen dem kleinen Patienten, besser mit der ungewohnten Situation zu recht zu kommen“, erklärt Chefarzt Dr. Kläber. Zudem ist es auch für Mutter oder Vater eine Beruhigung, wenn sie einem kranken Kind rund um die Uhr nahe sein können.
Dass sich auch Krankenhaus-Geschäftsführer Martin Forster über die neuen Strukturen „seines“ Hauses freut, liegt auf der Hand. Die Einrichtung der 18 Eltern-Kind-Zimmer ist ein außergewöhnliches Angebot in der Region und die stärkere Vernetzung von Wochenpflege, Säuglings- und Neugeborenenstation ist nicht nur aus medizinischer Sicht sinnvoll, sondern könnte auch im Blick auf die chronisch leeren Kassen im öffentlichen Gesundheitswesen ein positives Signal für andere Kliniken der Grund- und Regelversorgung in Rheinland-Pfalz setzen.
Bearbeitet von: Cornelius Bischoff - Quelle: Das Textbüro - Red. Landschau | Seite drucken Fenster schließen | | |
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