| *** Aktuelle Nachrichten aus dem DIAKOnetz *** | Getroffener Hund: Möglicher Papst-Nachfolger schießt Breitseiten
auf Bestseller-Roman Mit lauten Schlägen rührt der Vatikan die Werbetrommel zu Gunsten des vor rund zwei Jahren erschienenen Bestseller-Romans „Sakrileg“ („The Da Vinci Code“) des US-amerikanischen Erfolgsautors Dan Brown („Illuminati“): „Lesen Sie es nicht und vor allem, kaufen Sie es nicht“, warnte Kardinal Tarcisio Bertone in einem Pressegespräch. Beobachter gehen davon aus, dass Bertone zu dem engeren Kreis der möglichen Nachfolger von Papst Johannes Paul II. im Kardinals-Kollegium gehört.
In seinem Buch entwickelt Brown die Geschichte einer groß angelegten Verschwörung der katholischen Kirche mit dem Ziel, durch das Unterdrücken historischer „Tatsachen“ den Glauben an Jesus Christus zu stärken und so zum Erhalt der eigenen Macht beizutragen. Angereichert wird die fantasievolle Geschichte durch geheime Zeichen in den Werken Leonardo da Vincis, die auf den Heiligen Gral hinweisen und die These stützten, dass Jesus und Maria Magdalena eine Tochter gehabt hätten.
„Schändlich und unbegründet“, wettert Kardinal Bertone. Das Buch sei ein „reines Lügengebäude“ – vor allem vermeintliche Anschuldigungen, die katholische Kirche betreibe Geschichtsfälschung und sei von frauenfeindlichen Tendenzen geprägt, weißt der Geistliche zurück: Der Marienkult setzte deutliche Zeichen gegen diese Behauptung, so Bertone, der in seiner Rechtfertigung zu erwähnen vergisst, dass gängige Darstellung von „Maria mit dem Kind“ in grade Linie auf Skulpturen der ägyptischen Göttin Isis verweisen, die den jungen Horus im Arm hält.
Als eigentlicher Auslöser für die ungewohnt heftige Reaktion des Vatikans dürfte sich der ungeheure Erfolg des Romans erwiesen haben. „Sakrileg“ wurde inzwischen in 44 Sprachen übersetzt und katholische Priester in aller Welt sehen sich mit einer zunehmenden Zahl unangenehmer Fragen konfrontiert. Allein in den Niederlande wurden im vergangenen Jahr rund 412.000 Exemplare des Buches verkauft. Die Bibel war in nur 330.000 Fällen gefragt.
Eine Filmversion von „Sakrileg“ soll im Mai 2006 in die deutschen Kinos kommen. Interessenten finden eine kritische Auseinandersetzung mit den historisch-theologischen Inhalten auf den Internetseiten der Karl-Leisner-Jugend www.karl-leisner-jugend.de/Sakrileg.htm. Im Fachhandel ist der Roman in Buchform und als Hörspiel erhältlich.
Bearbeitet von: Cornelius Bischoff - Quelle: Das Textbüro - Red. Landschau | Seite drucken Fenster schließen | | |
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