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Sternstunde: Einmalige Ausstellung zeigt Weltsicht der keltischen Frühkultur

Einen überraschenden Blick auf Sternenkonstellation und Geistesleben zur Zeit unserer keltischen Vorfahren erlaubt die „Himmelsscheibe von Nebra“. Zum ersten Mal wird diese älteste korrekte Abbildung astronomischer Vorgänge der Öffentlichkeit vorgestellt.


Archäologen deuten die über 3.600 Jahre alte Bronzescheibe als eine Art Kalender, der bei kultischen Handlungen zum Anlass genommen wurde, wichtige Eckdaten im Jahreslauf zu markieren. Auffällig ist – vor allem im Gegensatz zu späteren Darstellungen des Himmelsgewölbes – die klare Struktur der Darstellung. Es fehlt jede mythologisch-religiöse Verklärung, wie sie etwa auf den christlichen Himmelsdarstellungen des Mittealters üblich war. Ein goldenes „Sonnenschiff“, das Bild eines Bootes, das die Sonne bei Nacht wieder in den Osten, die Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs, transportiert, zähle nicht zu den ältesten, auf der Scheibe dargestellten Himmelsphänomenen.


Dargestellt haben die bronzezeitlichen Handwerker unter anderem das Siebengestirn, einen zunehmenden- und einen vollen Mond sowie zwei Bögen, die den Horizont markieren. Himmelsforscher der Universität Bochum haben berechnet, dass vor rund 3.600 Jahren der Zeitpunkt des gemeinsamen Auftretens eines sichelförmigen Mondes und der Plejaden auf den 10. März gefallen sein muss. Die Kombination des Siebengestirns mit einem vollen Mond markierte den 17. Oktober. Diese Daten signalisieren Saat und Ernte, den Beginn und das Ende des bäuerlichen Jahres.


Ebenfalls erstaunlich ist die Bedeutung der Horizontbögen. Nach Ansicht der Bochumer Astronomen kennzeichnet der verbliebene rechte Bogen den Bereich des Osthimmels, entlang dem die Sonne im Laufe eines Jahres aufging. Die Endpunkte markieren die Daten der Sonnenwende, den 21. Juni und den 21. Dezember. Die Fachleute gehen davon aus, dass der linke Bogen, der schon zu antiker Zeit verloren gegangen sei, den Himmelsausschnitt der Sonnenuntergänge festgehalten haben muss.


„Entdeckt“ hatten die Himmelsscheibe zwei inzwischen verurteilte Raubgräber, die, nach dem Vorbild russischer Grabräuber, mit Spitzhacke und Metallsonde, den Boden nach historischen Edelmetallen durchwühlen. An der Himmelsscheibe deutlich zu sehen ist die Stelle, an der eine Spitzhacke den wertvollen Fund getroffen haben muss. Wissenschaftler schätzen die Himmelsscheibe als eine archäologische Sensation. Die Fachleute sind sicher, mit dem Relikt einen wichtigen Schlüssel für das Lüften bislang ungelöster Geheimnisse, zum Beispiel um die bronzezeitliche Großanlage von Stonehenge, in den Händen zu halten. Nach Presseinformationen hatten die Raubgräber das Artefakt zunächst für den verzierten Deckel eines Blecheimers gehalten.


Eine Zusammenfassung der abenteuerlichen Grabungsgeschichte bieten die Internetseiten der „heute“-Redaktion (www.heute.t-online.de) Informationen über die Hintergründe der Ausstellung „Der geschmiedete Himmel - Die weite Welt im Herzen Europas vor 3.600 Jahren" gibt es auf den Seiten des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle ( target=_blank>www.archlsa.de). Hinweise und Kontaktadressen für Hobby-Archäologen und Heimatkundler versendet die DIAKOnetz-Redaktion auf Anfrage. Unsere elektronische Postanschrift lautet:


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Bearbeitet von:   -  Quelle: Das Textbüro - Red. Landschau
 


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