| *** Nachrichten aus dem DIAKOnetz *** | Wehret den Anfängen: Bundesinnenminister sieht Zukunft für EU-Flüchtlingslager in Afrika Neue Wege in der Asylpolitik sucht Bundesinnenminister Otto Schily. Nachdem erkannt sei, dass vor allem das wirtschaftliche Gefälle zwischen den Kontinenten den Ausschlag dafür gebe, dass immer mehr Afrikaner versuchten, dem Elend ihrer Heimat durch eine Flucht nach Europa zu entkommen, müssten die Europäer reagieren. Eine Möglichkeit sieht der SPD-Politiker in dem Bau von Lagern für Asylbewerber auf nordafrikanischem Boden. Schily: „Die Probleme Afrikas müssen mit tatkräftiger Unterstützung Europas in Afrika gelöst werden.“
Dass die angesprochene Lösung – im Sinne des Wortes – Zukunft haben könnte, bestätigte Schily in einem Pressegespräch. Es sei denkbar, dass eine Außenstelle für europäische Asylverfahren in Nordafrika den Grundstein für eine künftige EU-Asylbehörde legt. Die Idee, europäische Flüchtlingslager außerhalb der EU-Grenzen einzurichten, hatte ein Vertreter Großbritanniens Anfang 2003 in die Diskussion der europäischen Gremien gebracht. Damals hatten sich etliche Parlamentarier gegen den Plan ausgesprochen. Wohl unter dem Eindruck der Affäre um das Flüchtlingsschiff „Cap Anamur“ hatte es bei der jüngsten Sitzung des EU-Innenministerrates keine Kritiken gegeben.
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