Mahlzeit: Rosa von Praunheim plant Denkmal für "Kannibalen von Rotenburg" Als „komödiantisches Spiel mit dem Grauen“ sieht Filmemacher Rosa von Praunheim sein jüngstes Projekt. In einem Spielfilm über Menschen, die Menschen essen, will sich der 61-Jährige mit dem Thema „Kannibalismus“ auseinandersetzen. Für die Hauptrollen seien die Schauspieler Martin Molitor und Martin Ontrop vorgesehen, heißt es in einer Presseinformation.
Den Hintergrund des Films bietet der Fall des „Kannibalen von Rotenburg“. Per Internet-Anzeige hatte der hessische Computerfachmann Armin Meiwes einen Mann zum Töten und Schlachten gesucht. Ein 43-jähriger Berliner hatte sich gemeldet und Meiwes in dessen Haus im Rotenburger Ortsteil Wüstefeld besucht. Am 10. März 2001 hatte Meiwes seinem Opfer zunächst das Geschlechtsteil abgeschnitten. Anschließend tötete der damals 42-jährige den Berliner mit Stichen in den Hals und zerlegte die Leiche. Das Fleisch hatte Meiwes portioniert, eingefroren und während seiner normalen Mahlzeiten gegessen.
Mit dem „Akt der Einverleibung“ habe Meiwes dem anderen Menschen nahe sein wollen, heißt es in einem psychiatrischen Gutachten. Der Titel des geplanten Films, „Dein Herz in meinem Hirn“, nehme Bezug auf die geschilderten Vorgänge, erklärte von Praunheim. Die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen unterstützt das Projekt mit 20.000 Euro. Eine Bestätigung Meiwes, der „Kanibale von Rotenburg“ habe die Rechte an der Verfilmung seiner Geschichte an von Praunheim verkauft, liegt bislang nicht vor.
Bearbeitet von: - Quelle: Das Textbüro - Red. Landschau |