Voll normal: Religiöser Purzelbaum gehört zur Natur des Menschen „Wer mit 18 kein Kommunist war, hat kein Herz. Wer mit 20 noch Kommunist ist, keinen Verstand“, sagten Otto von Bismarck, Winston Churchill, Georges Clemenceau oder William Casey. Die Meinungen über den Urheber des genannten Zitates gehen auseinander, den Wahrheitsgehalt des Ausspruchs bestätigen Wissenschaftler der Universität Bonn. Eine Studie belegt die fortgesetzte Suche des Menschen nach spirituellen Antworten: Die Abkehr von bislang festen Überzeugungen sei ein natürlicher Schritt auf diesem Weg, der auch im hohen Alter überraschende Kehrtwenden bereithalten kann.
Dabei scheint es egal, ob die Befragten ihre Kindheit in der Arbeiterbewegung, bei der Hitler-Jugend oder in einer Hippie-Kommune verbracht haben. „Irgendwann erwischt es jeden“, sagt Dr. Andreas Wittrahm. Der Theologe war an der Entwicklung der Studie über die „Religiöse Entwicklung im Erwachsenenalter“ beteiligt und bestätigt, dass in vielen Fällen ein Wechsel in der Lebenssituation Auslöser für das Umstoßen spiritueller Überzeugungen ist. In welche Richtung sich dieser Wechsel vollzieht scheint nahezu beliebig.
In ihrer Untersuchung haben die Forscher herausgefunden, dass sich viele Menschen, die ihrem religiösen Elternhaus in der Jugend den Rücken gekehrt hatten, im Alter auf christliche Wurzeln besinnen. Andere finden einen Halt in Naturerfahrungen oder fernöstlichen Philosophien. In jedem Fall scheint die Religion eine wichtige Hilfe bei der Bewältigung von Lebenskrisen. Das bestätigten über 50 Prozent der Befragten im Alter zwischen 50 und 75 Jahren. Und sogar das persönliche Gebet – zu wem auch immer – gewinne im Laufe des Lebens an Bedeutung und zähle im Alter zu den wichtigsten religiösen Handlungen des Alltags. Interessenten finden den vollständigen Text der 66 Seiten umfassenden Studie im Internet. Die Webadresse lautet
www.pastoraltheologie.uni-bonn.de/faith/files/Projektbericht.pdf
Bearbeitet von: - Quelle: Das Textbüro - Red. Landschau |